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laufendes Jahr

Die Schönsten Schweizer Bücher des Jahres 2003

Hanspeter Hofmann / Supercritical Fluids. Fotografie: Isabel Truniger, Zürich
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25th International Biennial of Graphic Arts, Ljublijana. Fotografie: Isabel Truniger, Zürich
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Ägerital - seine Geschichte (2 Bde.). Fotografie: Isabel Truniger, Zürich
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Alpschermen und Maiensässe in Graubünden. Fotografie: Isabel Truniger, Zürich
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"Als regne es hier nie...". Fotografie: Isabel Truniger, Zürich
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Anna Schlatter-Bernet 1773-1826. Eine weltoffene St. Galler Christin. Fotografie: Isabel Truniger, Zürich
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Bewitched, bothered and bewildered. Spatial emotion in contemporary art and architecture. Fotografie: Isabel Truniger, Zürich
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Le Cahier dessiné No. 3. Fotografie: Isabel Truniger, Zürich
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Cobaltblau. Werkstoffgeschichte und Werkstofftechnologie. Fotografie: Isabel Truniger, Zürich
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Daniele Buetti. Fotografie: Isabel Truniger, Zürich
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Die digitalen Hochstapler. Fotografie: Isabel Truniger, Zürich
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Doppelgänger. Fotografie: Isabel Truniger, Zürich
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Christian Jankowski. Dramensatz. Fotografie: Isabel Truniger, Zürich
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"Et le Léman trouva le Nord...". La cartographie lémanique du XVIe au XVIIIe siècle. Fotografie: Isabel Truniger, Zürich
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fink forward - the collection/connection. Fotografie: Isabel Truniger, Zürich
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Fokus 50er Jahre. Yvan Dalain, Rob Gnant und "Die Woche". Fotografie: Isabel Truniger, Zürich
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Glasarchitektur. Fotografie: Isabel Truniger, Zürich
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Haute Couture in Basel. Fred Spillmann (1915-1986). Fotografie: Isabel Truniger, Zürich
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Historisches Lexikon der Schweiz (Bd. 1+2). Fotografie: Isabel Truniger, Zürich
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It's all in your mind / C'est tout dans ma tête. Fotografie: Isabel Truniger, Zürich
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Klosterkultur und Aufklärung in der Fürstabtei St. Gallen (Monasterium Sancti Galli 2). Fotografie: Isabel Truniger, Zürich
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Link - Proposal for Municipal Acquisitions Photography 2002-2003. Fotografie: Isabel Truniger, Zürich
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Le Lutin des lettres. Fotografie: Isabel Truniger, Zürich
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"Mir gefällt's recht gut da...". Fotografie: Isabel Truniger, Zürich
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Mode, Macht und Tracht. Kleidungsverhalten in Visperterminen und im Wallis 1700-2000. Fotografie: Isabel Truniger, Zürich
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Olivier Mosset. Traveaux / Works. Fotografie: Isabel Truniger, Zürich
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La Revanche des lapins. Fotografie: Isabel Truniger, Zürich
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Sammlung Oskar Reinhart 'Am Römerholz'. Gesamtkatalog. Fotografie: Isabel Truniger, Zürich
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La Scatola di latta. Collezione Blass Zurigo. Fotografie: Isabel Truniger, Zürich
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Schatten. Schatten. Der Schatten - das älteste Medium der Welt. Fotografie: Isabel Truniger, Zürich
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Schriftanalysen Band 1 und 2. Untersuchungen zur Geschichte typographischer Schriften. Fotografie: Isabel Truniger, Zürich
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Schulbuchreihe. Sprache zur Sache (Übungsheft/Lernzielhelft/Didaktischer Kommentar). Fotografie: Isabel Truniger, Zürich
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Stadt und Architektur. Ein Geflecht aus Geschichte, Erinnerung, Theorie und Praxis. Fotografie: Isabel Truniger, Zürich
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Stadtland Schweiz. Untersuchungen und Fallstudien zur räumlichen Struktur und Entwicklung in der Schweiz. Fotografie: Isabel Truniger, Zürich
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Stiva da morts. Vom Nutzen der Architektur. Fotografie: Isabel Truniger, Zürich
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Super. Welcome to Graphic Wonderland. Fotografie: Isabel Truniger, Zürich
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Swiss Design 2003. Fotografie: Isabel Truniger, Zürich
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Terror & der Krieg gegen ihn. Öffentliche Reflexionen. Fotografie: Isabel Truniger, Zürich
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Das trikontinentale Solidaritätsplakat. Fotografie: Isabel Truniger, Zürich
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Die überraschende Verschiebung der Sollbruchstelle eines in optimalen Verhältnissen aufgewachsenen Astes. Fotografie: Isabel Truniger, Zürich
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Un pugno di mosche. Fotografie: Isabel Truniger, Zürich
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Unloaded. Fotografie: Isabel Truniger, Zürich
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Vorschau Schauspielhaus Zürich. Saison 03/04. Fotografie: Isabel Truniger, Zürich
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Weiterbildungskurse. Öffentliche Weiterbildungskurse der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich. Fotografie: Isabel Truniger, Zürich
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World Watchers. Fotografie: Isabel Truniger, Zürich
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Über den Jahrgang

Mirjam Fischer, Bundesamt für Kultur

DER WETTBEWERB: 60 JAHRE UND 364 TITEL

 

Zum diesjährigen Wettbewerb ,Die schönsten Schweizer Bücher' wurden 364 Publikationen, darunter 14 italienisch- und 44 französischsprachige und 3 rätoromanische Titel, eingereicht. Damit wurde die letztjährige Zahl von 275 Einsendungen weit übertroffen, und der Buchgestaltungswettbewerb kann einen neuen Rekord verzeichnen. Insgesamt wurden 45 Bücher als ,schönste Schweizer Bücher' ausgezeichnet.

 

Der Wettbewerb ,Die schönsten Schweizer Bücher' hat sich in den letzten Jahren zu einem hohen Standard entwickelt und will auch weiterhin höchsten Qualitätsansprüchen genügen. Damit dies möglich ist und ein umfassendes Bild der Schweizer Buchgestaltung vermittelt werden kann, sind von nun an auch Bücher, an deren Gestaltung, Herstellung und Vertrieb (Verlag) ein oder mehrere Mitglieder der Jury beteiligt sind, zum Wettbewerb zugelassen und werden einer ebenfalls vom Eidgenössischen Departement des Innern (EDI) gewählten Sonderjury vorgelegt.

 

Die 17 Titel, an deren Herstellung ein oder mehrere Mitglieder der (Haupt-)Jury involviert waren, konnten also der drei Mitglieder zählenden Sonderjury zur sorgfältigen Prüfung unterbreitet werden. Folglich blieben der (Haupt-)Jury 347 Bücher, die in einer dreitägigen Sitzung eingehend erörtert und beurteilt wurden. Von den insgesamt 45 prämierten Büchern krönte die (Haupt-)Jury 43 Titel und die Sonderjury 2 Titel mit dem Prädikat ,Die schönsten Schweizer Bücher'.

 

Unter dem Präsidium von François Rappo, Lausanne, setzt sich sowohl die siebenköpfige Jury als auch die Sonderjury aus kompetenten Fachpersonen aus verschiedenen Disziplinen der Buchgestaltung zusammen. Massgebend für die Beurteilung der Werke sind in erster Linie gestalterische Kriterien wie Idee und Konzeption, im Weiteren die Typografie, die Qualität des Druckes und des Einbandes, die verwendeten Materialien sowie der Gesamteindruck.

 

Die Jury verlieh auch dieses Jahr den Jan-Tschichold-Preis, mit dem das EDI ein kreatives und aussergewöhnliches Engagement im Bereich der Buchgestaltung auszeichnet. Der Preis von 15 000 Franken ging an den bereits bestens bekannten Buch- und Schriftgestalter Jost Hochuli, St. Gallen, und ehrt damit eine Persönlichkeit, die seit mehreren Jahrzehnten die schweizerische Buchgestaltung nicht nur als Gestalter und Verleger sondern auch mit engagierter Lehrtätigkeit prägt.

 

Ferner haben die Jurymitglieder auch ein ,Buch der Jury' ausgewählt. Es handelt sich um den Ausstellungskatalog "Hanspeter Hofmann. Supercritical Fluids", der von Elektrosmog (Valentin Hindermann und Marco Walser), Zürich, konzipiert und realisiert wurde.

 

Der Wettbewerb ,Die schönsten Schweizer Bücher', der seit 1999 durch die Sektion Kunst und Design des Bundesamts für Kultur im Auftrag des EDI durchgeführt wird, feiert dieses Jahr sein 60-Jahr-Jubiläum. Aus diesem Anlass findet im Herbst 2004 eine Sonderausstellung statt, die den Wettbewerb in all seinen Facetten im historischen Rückblick beleuchtet. Die vorliegende Publikation erscheint anlässlich der beiden Ausstellungen im Museum für Gestaltung Zürich und im mudac in Lausanne, in welchen alle 45 ausgezeichneten Bücher zu sehen sind.

Über den Jahrgang

François Rappo, Lausanne, Jury-Präsident

Der Wettbewerb der schönsten Bücher beweist mit den 364 Einsendungen des Jahres 2003 und seinem 60-Jahr-Jubiläum aufs Beste, dass er mit den verschiedenen Ausformungen, die er im Laufe seines Bestehens gekannt hat, durchaus der Aktualität der Buchgestaltung in der Schweiz zu folgen vermag. Mit der hohen Anzahl an Einsendungen und deren Qualität stellt der Preis nach wie vor ein Forum und eine Plattform für die schweizerische Buchwelt dar.

 

Das diesjährige Jubiläum nehmen wir zum Anlass für eine Ausstellung und die Publikation einer Rückschau, die den Stand der schweizerischen Buchkunst anhand der im Lauf der Jahre prämierten Bücher zeigen soll. Nicht, um damit eine 'Prämierung der Prämierten' vorzunehmen, sondern viel eher um die 'Schlüsselwerke' der verschiedenen Kulturen der schweizerischen Buchkunst ins Licht zu heben, wie sie sich seit den Anfängen des Wettbewerbs im Jahr 1943 präsentieren.

 

Ein Jubiläum lädt auch dazu ein, die aktuellen Tendenzen in eine Perspektive zu rücken. Diese, so will mir scheinen, gehen durchaus einher mit dem Eindruck, der sich aus den Prämierungen des Jahres 2003 ergibt: mit dem Eindruck nämlich, dass sich in diesem Jahr des Wettbewerbs die traditionelle und die zeitgenössische Ästhetik des Buchdesigns annähern. Dies vor allem auch deshalb, weil bei den diesjährigen Auszeichnungen die Textbücher, also die Lesebücher, stark vertreten sind. In den vergangenen Jahren stachen vor allem die Druckverfahren, die Appretur- und Einbandtechniken mit ihren vielen Möglichkeiten für den Buchgestalter hervor. Bei den Einsendungen des Jahres 2003 dominiert nun eher das Typografische. Soll man darin eine Widerspiegelung des konjunkturellen Klimas sehen, das eher zu einem pragmatischen Vorgehen einlädt, oder handelt es sich dabei um eine dauerhaftere Tendenz? Die Auswahl der prämierten Bücher spiegelt die aktuellen typografischen Tendenzen auf ziemlich offene Weise: Die einen Gestalter lehnen sich an historische Vorbilder an - hier gibt es einige sehr schöne Realisierungen; andere folgen eher modernistischen Modellen, und schliesslich gibt es jene, die auf der Suche nach einer neuen 'neuen Einfachheit' zu sein scheinen. Alle teilen aber offenbar das Interesse, sich näher und direkter mit der Textgestaltung zu befassen. Dieses Jahr, so macht es den Anschein, ist die typografische Transparenz wieder zu einem visuellen Kriterium geworden.

 

Technisch gesehen haben sowohl die Typografie wie das Bild von den grossen Fortschritte n des Prepress mit hoher Auflösung sowie der Entwicklung der Drucktechnik profitiert. Dies in einem Mass, dass man sich schon bald die paradoxe Frage stellen muss, ob für den Text, für die Lektüre, die Seiten nicht schon zu glatt und geglättet daher kommen? Ob die Schriften nicht schon zu perfekt, zu beständig sind, um das Auge der Leserin, des Lesers nicht zu ermüden? Dies sind sicher etwas ketzerische und in gewissem Sinne auch verwöhnte Fragen, die auf die hohe Qualität des Drucks abheben.

 

Mit meiner Betonung der Typografie möchte ich hier auch eine andere Frage aufwerfen: Warum sieht man keine Bücher, die neue Schriften präsentieren? Wo steht die Schriftgestaltung in der Schweiz? Und wo sind die Werke der neuen Generation? Diese Fragen weisen etwas über den Rahmen des Wettbewerbs hinaus, aber sie sollen an dieser Stelle doch erwähnt werden mit dem Hinweis auf die Spitzenqualität der Grafik. Eine Qualität, die oft für das Bild erwähnt wird, die aber auch für die Schrift gilt.

 

Ein wieder erwachtes Interesse an der Schaffung neuer Schriften könnte auch als erwartete, erwünschte Fortsetzung der erwähnten Suche nach Einfachheit gesehen werden, die sich sowohl in den Werken der jüngeren Generation abzeichnet, die aber auch für die Mehrheit der Buchgestalter wegweisend war, deren prämierte Werke mit der diesjährigen Auswahl des Wettbewerbs der schönsten Schweizer Bücher gezeigt werden.

Jan-Tschichold-Preis

JAN-TSCHICHOLD-PREIS FÜR BÜCHERMACHER JOST HOCHULI
Michael Guggenheimer, Zürich

 

Buchgestaltung in der Schweiz hat eine grosse Tradition und zeigt immer wieder neue Wege auf, wie Geschriebenes präsentiert werden kann. Einer, der Wegzeichen gesetzt hat, ist Jost Hochuli.

 

1975 wurde erstmals ein von Jost Hochuli gestaltetes Buch im Rahmen des Wettbewerbs ,Die schönsten Schweizer Bücher' prämiert. In der Zwischenzeit wurden weitere zahlreiche von ihm gestaltete Publikationen fast Jahr für Jahr ausgezeichnet, in manchen Jahren gleich drei. Der St. Galler Buchgestalter wurde im Rahmen des Wettbewerbs ,Schönste Bücher aus aller Welt' mit Bronze und Silbermedaillen ausgezeichnet, zudem erhielt er den Icograda-Ehrenpreis an der Internationalen Buchkunstausstellung IBA 1989 in Leipzig und zehn Jahre später den Gutenberg-Preis der Stadt Leipzig, die international höchste Auszeichnung im Bereich der Buchgestaltung.

 

Neben der von ihm gestalteten, über 80 Titel in sieben Sprachen zählenden Broschürenreihe zur Kultur in der Schweiz, herausgegeben von der Pro Helvetia, wächst sein Werk weiterhin stetig an. 58 Bände wird die von ihm gestaltete "Grosse kommentierte Frankfurter Ausgabe der Werke von Thomas Mann" zählen. Und: Vor 25 Jahren hat er mit Freunden die Verlagsgemeinschaft St. Gallen (vgs) gegründet. Über hundert Titel sind bei der vgs erschienen, ein mehrfach prämiertes Verlagsprogramm, das Hochuli als Verleger und als Buchgestalter gleichermassen geprägt hat.

 

Jost Hochuli war während sechzehn Jahren Leiter des Ausbildungsgangs für typografische Gestalter in St. Gallen. Er hat Standardwerke zur Buchgestaltung publiziert. Am bekanntesten ist seine Publikation "Das Detail in der Typografie", die in sechs Sprachen vorliegt. Im Jahr 2002 erschien das Buch "Jost Hochuli: Drucksachen, vor allem Bücher", in dem sein umfangreiches Werk und seine Gedanken zum Thema Buchgestaltung vorgestellt werden. Sein Buch "Buchgestaltung in der Schweiz" hatte eine im In- und Ausland gezeigte repräsentative Ausstellung über herausragendes Buchdesign aus der Schweiz zur Folge.

 

Buchgestalter Hochuli versteht sich als einer, der für den Leser da ist; ,Wenn der büchergestaltende Grafiker seine Tätigkeit als Dienst an der Sache, als Dienst an der Botschaft und am Wort sieht, wird er zu ganz anderen Ergebnissen gelangen, als wenn er in erster Linie das Verblüffende, das Noch-nie-Dagewesene sucht.' Und obschon er für verschiedene Schrifthersteller Schriftmusterbücher erstellt hat, meint er, dass, auch wenn heute zahlreiche Schriften vorhanden seien, sich der Leser der Schrift gegenüber generell konservativ verhalte. Selbst jene wenigen, die bereit seien, unkonventionell konzipierte Bücher zu goutieren, lehnten Experimente ab, die sich auf den Buchstaben beziehen. ,Den Leser interessieren nicht die Buchstaben an sich; er will nicht "schöne", "interessante", oder "moderne" Lettern sehen, sondern den Sinn der durch sie visualisierten Wörter möglichst mühelos aufnehmen.'