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laufendes Jahr

Die Schönsten Schweizer Bücher des Jahres 2006

Hot Love. Swiss Punk & Wave 1976-1980. Fotografie: Raphael Hefti
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13.11.1980:ARCHIE SHEEP / JASATA. 20.12.2007: PAN SONIC / ALTER EGO. Eine Materialsammlung zu 580 Konzerten von Taktlos Bern und Tonart Bern. Fotografie: Raphael Hefti
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Amorous Delight. Fotografie: Raphael Hefti
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ars viva 2006/2007. Erzählungen / narration. Fotografie: Raphael Hefti
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Art & Language. Homes from Homes II. Fotografie: Raphael Hefti
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Atlas of Novel Tectonics. Fotografie: Raphael Hefti
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Atlas of Shrinking Cities / Atlas der schrumpfenden Städte. Fotografie: Raphael Hefti
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Bekanntmachungen. Fotografie: Raphael Hefti
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Cécile Wick. Weltgesichte / Visions du monde. Druckgraphik 1996-2005. Fotografie: Raphael Hefti
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Cneai = neuf ans. Fotografie: Raphael Hefti
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Encyclopaedizer 2006-04. Fotografie: Raphael Hefti
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Fischli Weiss. Flowers & Questions. Fotografie: Raphael Hefti
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GRRR30: urban recordings. Fotografie: Raphael Hefti
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Hans Finsler und die Schweizer Fotokultur. Werk, Fotoklasse, moderne Gestaltung 1932-1960. Fotografie: Raphael Hefti
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Henri Matisse. Traits essentiels. Gravures et Monotypes 1906-1952. Fotografie: Raphael Hefti
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In den Alpen. Fotografie: Raphael Hefti
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INOUT. Designers - Config.01 - MUDAC. Fotografie: Raphael Hefti
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Ist mir grosse Ehre von gleicher Sorte zu sein. Hommage an den Luzerner Strassenphilosophen Emil Manser. Fotografie: Raphael Hefti
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Koo Jeong-A. Fotografie: Raphael Hefti
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Late Shift. Kunst als symbolisches Terrain zwischen Schichtarbeit und Fitnesspark. Fotografie: Raphael Hefti
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Lee Lozano. Drawings. Fotografie: Raphael Hefti
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Markus Müller. Nutzen und Nachteil. Fotografie: Raphael Hefti
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Migros Geschäftsbericht 2005. Fotografie: Raphael Hefti
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Mit Zirkel und Palette. Fotografie: Raphael Hefti
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La Nuit / Die Nacht. Fotografie: Raphael Hefti
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Offside. WM 2006. Fotografie: Raphael Hefti
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Philharmonie. Muziekgebouw van Haarlem. Fotografie: Raphael Hefti
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Saisonbroschüre 2006/2007. Theater Basel. Fotografie: Raphael Hefti
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Schatten der Macht - Architektur des Nationalsozialismus in Berlin. Fotografie: Raphael Hefti
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Schweizer Jugendherbergen. Fotografie: Raphael Hefti
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Tom Burr. Extrospective: Works 1994-2006. Fotografie: Raphael Hefti
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We make fonts. Fotografie: Raphael Hefti
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Wo-Wo-Wonige!. Fotografie: Raphael Hefti
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Über den Jahrgang

Gold, Silber und Punk
Mirjam Fischer

 

Nicht nur im Skispringen holte die Schweiz in dieser Wintersaison mit Simon Ammann WM Gold, sondern auch in der Disziplin Buchgestaltung konnten beachtliche Erfolge verzeichnet werden. Das Echo hallte über die Grenzen hinaus, wie sich an der Leipziger Buchmesse zeigte. Eine international besetzte Jury zeichnete von 545 Büchern aus 33 Ländern je eine Publikation mit einer Goldenen Letter, eine mit der Goldmedaille, zwei mit Silbermedaillen, je fünf mit Bronzemedaillen und Ehrendiplomen aus. Zwei Medaillen gingen an Bücher aus dem Schweizer Wettbewerb: Der Atlas of Novel Tectonics erhält die Goldene Letter und die Schweiz damit seit 1991 zum dritten Mal die überhaupt höchste aller Auszeichnungen im internationalen Gestaltungswettbewerb. Zugleich steht mit dem Titel zur Wohnungsbewegung Wo-Wo-Wonige! eine Dissertation auf dem zweiten Podestplatz und kann eine der zwei Silbermedaillen entgegennehmen. Ein guter Grund zum Feiern!

 

Die BookStars der Stunde des vom Bundesamt für Kultur (BAK) veranstalteten Schweizer Buchgestaltungswettbewerbs waren Tania Prill und Alberto Vieceli aus Zürich. Aus der Hand dieses Gestalterteams stammen gleich drei prämierte schönste Schweizer Bücher, darunter der Juryliebling Hot Love. Swiss Punk & Wave 1976–1980, und gleichzeitig ist ihnen auch der Jan-Tschichold-Preis in der Höhe von 15’000 Franken zugesprochen worden. Mit diesem Preis ermöglicht es das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) der Jury jedes Jahr, eine Persönlichkeit, eine Gruppe oder eine Institution für eine hervorragende Leistung im Bereich der Buchgestaltung auszuzeichnen.

 

Insgesamt wurden 398 Publikationen zum Wettbewerb Die schönsten Schweizer Bücher eingereicht. Unter dem Präsidium von François Rappo hat die siebenköpfige Jury dieses Jahr 33 Bücher prämiert. Beurteilt werden die Wettbewerbseingaben hinsichtlich Konzeption, grafischer Gestaltung und Typografie, ferner nach der Qualität des Drucks und der technischen Beschaffenheit des Einbandes, der buchbinderischen Verarbeitung und den verwendeten Materialien. Ebenso wichtige Kriterien sind Originalität und Innovation in der Buchumsetzung.

 

Unter den Prämierungen finden sich viele in Inhalt, Form und Produktion sehr sorgfältig edierte Bücher aus Kunst und Kultur, einem Bereich, der traditionell der Buchherstellung grössere Aufmerksamkeit schenkt und dafür mehr finanzielle Mittel aufwendet. Aber es finden sich auch einige höchst spannend umgesetzte Sachbücher, beispielsweise eine Dissertation, ein Atlas mit aufwendigem Kartenmaterial oder ein Geschäftsbericht. Ebenfalls ein breites Spektrum findet sich bei den Buchdimensionen: Vom kleinformatigen, zierlichen Notizbuch bis hin zum übergrossen Atlas oder zum tausendseitigen Künstlerbuch ist alles vertreten. In gestalterischer Hinsicht auffällig ist die Häufigkeit einer harten Schwarz-Weiss-Typografie und interessant der wiederholte Einsatz insbesondere zweier Schriften, nämlich der zeitgenössischen Akkurat und der historischen Fleischmann.

 

Erfreulicherweise zeigt es sich, dass der vom BAK durchgeführte Wettbewerb immer wieder und in verschiedenster Hinsicht auf grosses Interesse stösst und ein breites Echo auszulösen vermag: Die Selektion der schönsten Schweizer Bücher, bisher immer in den beiden Schweizer Designmuseen (Museum für Gestaltung und Kunst Zürich und mudac in Lausanne), im Centre Culturel Suisse in Paris und an den Buchmessen in Frankfurt und Leipzig zu sehen, konnte ihre Reiseziele letztes Jahr erweitern: als neue Stationen sind London (Design Museum) und zum Teil durch private Initiativen entstandene Ausstellungsorte in Amsterdam, Brüssel und Wien hinzugekommen.

 

Ein weiterer Grund zur Freude ist der vorliegende Katalog, auch er spielt eine grosse Rolle in der Vermittlung des Wettbewerbs, dessen Realisierung zum dritten und letzten Mal in den Händen von Laurent Benner und Jonathan Hares lag. Das Konzept beruht auf den Erfolgen der beiden vorangegangenen Kataloge und führt die Trilogie zu einem fulminanten Abschluss. Nicht nur wird die Idee der auf Originalpapier gedruckten acht Originalseiten wieder aufgenommen, sondern sie wird zusätzlich durch eine vollständige Thumbnail-Übersicht des Inhalts erweitert. Dadurch sind alle Seiten in kleiner Grösse und eine Seite in Originalgrösse und Originalfarbigkeit sichtbar und greifbar. Es entsteht ein umfassender Eindruck jedes prämierten Buches durch Material, Druckverfahren und Inhalt. Ohne die wiederum enge und anregende Zusammenarbeit zwischen den Grafikern und allen involvierten Produzenten und dem Papiergrosshandel hätte dieses Projekt nicht verwirklicht werden können.

 

Unser Dank gilt somit der grossartigen Unterstützung (mit Material, Arbeit und Ideen) durch die Drucker aller prämierten Bücher und den Papierfirmen Munkedals Arctic Papers AB, Antalis AG, Inapa Schweiz AG / Baumgartner Papier, M-real Biberist und Fischer Papier AG.

 

Und ohne den tatkräftigen Beistand und das anhaltende Wohlwollen der Buchbinderei Burkhardt und der Druckerei Odermatt gegenüber dem Bücherwettbewerb hätte ein erfolgreicher Abschluss des Projekts ebenso wenig vollzogen werden können. Auch ihnen gebührt unser herzlicher Dank! Nun bleibt nur noch zu sagen: Hand aufs Buch und los!

Jan-Tschichold-Preis

Tania Prill & Alberto Vieceli
Von Buch zu Buch so anders
MICHAEL GUGGENHEIMER

 

Im Rahmen des Wettbewerbs Die schönsten Schweizer Bücher hat die Jury dem Grafiker- und Buchgestalterteam Tania Prill und Alberto Vieceli in Zürich den Jan-Tschichold-Preis in der Höhe von 15'000 Franken verliehen. Mit diesem Preis zeichnet das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) die beiden Gestalter für ihre hervorragende Leistung im Bereich der Buchgestaltung aus.

 

Es gibt Bücher, bei denen ahnt man bereits beim Betrachten des Einbands, wer sie gestaltet haben könnte. Man öffnet ein solches Buch und sieht sich bestätigt, weil man verwandte Lösungen desselben Ateliers bereits vor Augen gehabt hat. And ers verhält es sich bei den Büchern, die Tania Prill und Alberto Vieceli gestalten. Diese ziehen nicht einen einzig-eigenen Stil durch, sondern sie passen sich bei den von ihnen gestalteten Büchern jeder Aufgabe, jedem Thema und jedem Autor neu an. Sie beherrschen die klassischere Buchgestaltung, nehmen aber auch aktuelle Tendenzen auf und sind empfänglich für Anregungen von aussen. Die von ihnen gestalteten Bücher sprechen im Inhalt, im Format, in der typografischen Ausführung, in der Bildpräsentation, in der Haptik und im Gewicht sehr unterschiedliche Leser an. Tania Prill und Alberto Vieceli, die seit 2001 im gemeinsamen Atelier für visuelle Kommunikation arbeiten, gestalten jedoch nicht nur Bücher: Auf Anhieb können sie sich gar nicht daran erinnern , welches ihre erste gemeinsame Arbeit war. Und dann fällt ihnen doch das erste gemeinsame Projekt ein, jene 30 Plakate umfassende Ausstellung mit dem Titel Stand der Dinge, mit der das Amt für Hochbauten der Stadt Zürich im Ausstellungsraum EWZ an der Sihl über Wohnprojekte in formiert hat. Ihr aktuellstes Projekt ist die typografische Gestaltung von Begleittexten einer Ausstellung zur Schweizer Diplomatie in der Schweizerischen Nationalbibliothek in Bern.