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laufendes Jahr

Wettbewerb

Der Wettbewerb 'Die schönsten Schweizer Bücher' ist ein Instrument des Bundesamtes für Kultur, das die Qualität der Buchgestaltung in der Schweiz honoriert und der Öffentlichkeit näherbringt. Der Wettbewerb ist offen für Exponenten der Bereiche Gestaltung, Verlagswesen und Druck. Jährlich werden beim Bundesamt für Kultur rund 400 Titel eingereicht. Eine fünfköpfige, international besetzte Jury, gegenwärtig unter dem Vorsitz von Cornel Windlin, wählt daraus die schönsten Schweizer Bücher des jeweiligen Jahrgangs aus.

Was ist ein Schweizer Buch?
Als Schweizer Buch gilt ein Produkt, wenn es mindestens eines der folgenden drei Kriterien erfüllt: Das Buch wurde von einer Schweizer Gestalterin bzw. einem Schweizer Gestalter entworfen, der Verlag hat seinen Hauptsitz in der Schweiz, oder die Druckerei hat ihren Hauptsitz in der Schweiz.

Kriterien der Jury
Die Jury beurteilt die Eingaben jeweils im Hinblick auf ihre Konzeption, grafische Gestaltung und Typografie und legt ein besonderes Augenmerk auf Innovation und Originalität. Weitere Kriterien sind die Qualität des Druckes und des Einbandes, die buchbinderische Verarbeitung sowie die verwendeten Materialien. Die Auszeichnung versteht sich als Ehrung und es werden keine Geldpreise vergeben. Es gibt keine Hierarchie der Auszeichnung, alle jährlich gewählten schönsten Schweizer Bücher werden gleichwertig behandelt.

Vermittlung der Ergebnisse
Die Ergebnisse der Jury werden in einem Katalog publiziert, der die prämierten Bücher anhand des Juryberichts präsentiert. Weiter finden Ausstellungen der prämierten Bücher innerhalb der Schweiz statt, sowie kleinere Ausstellungen und Präsentationen der Bücher im Ausland. Ausstellungen und Katalog verleihen der Auszeichnung Öffentlichkeit und unterstützen zudem den Austausch zwischen den Exponenten der Branchen Buchgestaltung, Druck und Verlagswesen.

Resonanz des Wettbewerbs
Der Wettbewerb hat sich zu einem eigentlichen Seismografen entwickelt: Er erfasst Trends und erkennt Tendenzen der zeitgenössischen Buchgestaltung und Buchproduktion, zugleich verfügt er über ein weit zurückreichendes historisches Gedächtnis. Jährlich gehören die schönsten Schweizer Bücher auch international zu den Spitzenreitern im Wettbewerb 'Schönste Bücher aus aller Welt' der Stiftung Buchkunst in Leipzig. So gewannen etwa 2010 vier Schweizer Bücher die Auszeichnungen Gold, Silber, Bronze und Ehrendiplom, 2011 waren es drei Bücher mit Silber, Bronze und Ehrendiplom. Dies bestätigt die hohe Qualität und Tradition der Schweizer Buchgestaltung, die weltweit Massstäbe setzt und grosses Ansehen geniesst.

Zur Geschichte des Wettbewerbs
Im Jahre 1998 übernahm das Bundesamt für Kultur (BAK) die Organisation des Wettbewerbs 'Die schönsten Schweizer Bücher' vom Schweizer Buchhändler- und Verlegerverband, der diesen Wettbewerb seit 1943 durchgeführt hat. Die Übernahme ging mit einer neuen strategischen und inhaltlichen Ausrichtung einher, die auch heute noch Gültigkeit hat. Allein die gestalterische und berufliche Kompetenz ist für die Jurymitgliedschaft ausschlaggebend, was eine stärkere Gewichtung des gestalterischen Aspekts mit sich bringt. Mit der Öffnung des Wettbewerbs gegenüber dem Ausland wurde den produktionsbedingten Veränderungen auf dem Buchmarkt Rechnung getragen.

Teilnahme am Wettbewerb

Ende Januar 2013 werden die schönsten Schweizer Bücher des Jahrgangs 2012 von der Jury beurteilt. Die Einga­befrist für Bücher aus dem Jahr 2012 ist Donnerstag, 10. Januar 2013 (Poststempel). Spätere Einsendungen wer­den nicht berücksichtigt. Das Anmeldeformular und die Weisungen für die Teilnahme am Wettbewerb kann ab Oktober 2012 direkt von dieser Seite heruntergeladen werden. NB: Bitte keine Bücher ohne entsprechendes For­mular einsenden!

Katalog

Impressum
Die schönsten Schweizer Bücher 2011
Texte: deutsch, französisch, italienisch, englisch
ISBN: 978-3-9522700-9-7

Herausgeber:
Bundesamt für Kultur, Bern
Konzept und Gestaltung: Aude Lehmann

Erscheinungstermin:
Juni 2012

Auslieferung:
Buchzentrum Olten, Bestellnummer 12504837

Vertrieb Deutschland, Österreich:
Verlag Hermann Schmidt Mainz,
info@typografie.de, http://www.typografie.de/

Vertrieb International:
Idea Books, Amsterdam,
idea@ideabooks.nl, http://www.ideabooks.nl/

Jury


Manuel Krebs, 1970, Bern [Jurypräsident]
Grafikfachklasse an der Schule für Gestaltung in Biel. Gründet 1999 zusammen mit Dimitri Bruni in Zürich das Grafikstudio Norm, das Bücher und Schrifttypen gestaltet und verlegt. Buchdesign beinhaltet selbst-initiierte Forschung im Bereich des Schrift- und Grafikdesigns, insbesondere 'Norm: Introduction' (2000) und 'Norm: The Things' (2002). Unter anderem Zusammenarbeit mit diversen Museen (TATE Modern; Kunsthaus Zürich; Museum für Gestaltung Zürich) und Künstlern (Fischli & Weiss; Simon Starling; Dieter Roth). Beispiele für Schriftgestaltung sind die 'Simple'-Schrift für den Flughafen Köln (2003); die Hausschrift für OMEGA Uhren, die Schrifttype 'Replica' (2008) und die Hausschrift für Swatch (2010). Beim Ideenwettbewerb der Schweizer Nationalbank im Jahr 2005 für die neue Banknotenserie gewann Norm den ersten Preis. 2011 erhielt Norm den Grand Prix Design der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Zurzeit arbeitet Norm mit dem Louvre Paris an der Signaletik und Kommunikation des Louvre-Lens, der im Winter 2012 eröffnet wird.

Will Holder, 1969, Hatfield (UK)
Als Typograf ausgebildet umfasst seine Praxis heute das Schreiben, Herausgeben, Gestalten und Vertreiben von Büchern. Wirkt als Gestalter und Redaktor des Journals F.R. David, eine Zeitschrift rund um das Lesen und Schreiben in der Kunst, das von de Appel, Amsterdam, herausgegeben wird. Befasst sich zurzeit mit der Redaktion und Gestaltung einer Biografie des amerikanischen Komponisten Robert Ashley in der Form musikalischer Notenschrift (mit Alex Waterman), und mit der Umarbeitung von William Morris' 'News from Nowhere (An epoch of rest)' (1876) in ein Handbuch für Designunterricht und -praxis für das Jahr 2135. Im Mai 2009 kuratierte Holder 'Talk Show' im Londoner ICA, eine Ausstellung und ein Veranstaltungsprogramm rund um Sprache und Konversation. Seit 1999 unterrichtet er at der Rietveld Academie, Amsterdam, und verantwortete das Forschungsprogramm 'The Tomorrow Book' an der Jan van Eyck Academie in Maastricht. Will Holder lebt in London.

Christina Reble, 1950, Zürich
Ausbildung im Verlagsbereich und als typografische Gestalterin. 1973-1985 Redakteurin am Institut für Geschichte und Theorie der Architektur (gta) der ETH Zürich; Zusammenarbeit mit Hans-Rudolf Lutz. Kleinverlagsprojekte. Seit 1986 am Museum für Gestaltung Zürich. Leiterin Publikationen mit den Schwerpunkten Visuelle Kommunikation, Design und Architektur. Kooperationen mit Gestaltern, Produzenten und Verlagspartnern. Beratungs- und Unterrichtstätigkeit an der ZHdK.

Christoph Schifferli, 1950, Ascona
Studium der Sinologie, Wirtschaftsgeschichte und Informatik in Paris; promoviert 1980 über chinesische Wirtschaftsgeschichte. Ab 1981 Forschungsaufträge in Asien, sowie verschiedene Tätigkeiten im Verlags- und Technologiebereich; seit 1983 in den Bereichen Multimedia und Internet tätig, mit den Schwerpunkten Kunst, Kultur und Unterricht. Seit den 1980er-Jahren Sammler von Fotografie, Künstler- und Fotobüchern.

Lex Trüb, 1971, Horgen
Grafikstudium an der Schule für Gestaltung Zürich. Gründete 2001 mit Benjamin Sommerhalder den Nieves Verlag, für den er bis 2003 tätig war. 2002-04 Art Direction für den visuellen Auftritt des Schauspielhauses Zürich. Seit 2005 als Lehni-Trueb gemeinsam mit Urs Lehni tätig in den Bereichen Buchgestaltung, Ausstellungsdesign, Erscheinungsbilder und Workshops; Auftragsarbeiten für  Institutionen, Museen, Künstler und Architekten im In- und Ausland. Gründete 2008 den Verlag Bookhorse, als Vehikel für unterschiedliche Publikationsprojekte in Zusammenarbeit mit Künstlern und Schriftstellern. Arbeitet zurzeit mit Lytle Shaw an 'The Moiré Effect', einem Buch über das mysteriöse Leben des Schweizer Fotografen Ernst Moiré.