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laufendes Jahr

Die schönsten Schweizer Bücher

„Die schönsten Schweizer Bücher 2013“, Helmhaus Zürich, Foto: Oliver Sutter © BAK

Wettbewerb

Der Wettbewerb 'Die schönsten Schweizer Bücher' ist ein Instrument des Bundesamtes für Kultur, das die Qualität der Buchgestaltung in der Schweiz honoriert und der Öffentlichkeit näherbringt. Der Wettbewerb ist offen für Exponenten der Bereiche Gestaltung, Verlagswesen und Druck. Jährlich werden beim Bundesamt für Kultur rund 400 Titel eingereicht. Eine fünfköpfige, international besetzte Jury, aktuell unter dem Vorsitz von Manuel Krebs, wählt daraus die schönsten Schweizer Bücher des jeweiligen Jahrgangs aus. Der Wettbewerb erfasst Trends und erkennt Tendenzen der zeitgenössischen Buchgestaltung und –Produktion, zugleich schafft er ein weit zurückreichendes historisches Gedächtnis.


Was ist ein Schweizer Buch?
Als Schweizer Buch gilt ein Produkt, wenn es mindestens eines der folgenden drei Kriterien erfüllt: Das Buch wurde von einer Schweizer Gestalterin bzw. einem Schweizer Gestalter entworfen, der Verlag hat seinen Hauptsitz in der Schweiz, oder die Druckerei hat ihren Hauptsitz in der Schweiz.

Kriterien der Jury
Die Jury beurteilt die Eingaben jeweils im Hinblick auf ihre Konzeption, grafische Gestaltung und Typografie und legt ein besonderes Augenmerk auf Innovation und Originalität. Weitere Kriterien sind die Qualität des Druckes und des Einbandes, die buchbinderische Verarbeitung sowie die verwendeten Materialien. Die Auszeichnung versteht sich als Ehrung und es werden keine Geldpreise vergeben. Es gibt keine Hierarchie der Auszeichnung, alle jährlich gewählten schönsten Schweizer Bücher werden gleichwertig behandelt.

Vermittlung der Ergebnisse
Die Ergebnisse der Jury werden in einem Katalog publiziert, der die prämierten Bücher anhand des Juryberichts präsentiert. Weiter finden Ausstellungen der prämierten Bücher innerhalb der Schweiz statt, sowie kleinere Ausstellungen und Präsentationen der Bücher im Ausland. Ausstellungen und Katalog verleihen der Auszeichnung Öffentlichkeit und unterstützen zudem den Austausch zwischen den Exponenten der Branchen Buchgestaltung, Druck und Verlagswesen.

Zur Geschichte des Wettbewerbs
Im Jahre 1998 übernahm das Bundesamt für Kultur (BAK) die Organisation des Wettbewerbs 'Die schönsten Schweizer Bücher' vom Schweizer Buchhändler- und Verlegerverband, der diesen Wettbewerb seit 1943 durchgeführt hat. Die Übernahme ging mit einer neuen strategischen und inhaltlichen Ausrichtung einher, die auch heute noch Gültigkeit hat. Allein die gestalterische und berufliche Kompetenz ist für die Jurymitgliedschaft ausschlaggebend, was eine stärkere Gewichtung des gestalterischen Aspekts mit sich bringt. Mit der Öffnung des Wettbewerbs gegenüber dem Ausland wurde den produktionsbedingten Veränderungen auf dem Buchmarkt Rechnung getragen.

Jury

Manuel Krebs, 1970, Bern [Jurypräsident]
Grafikfachklasse an der Schule für Gestaltung in Biel. Gründet 1999 zusammen mit Dimitri Bruni in Zürich das Grafikstudio Norm, das Bücher und Schrifttypen gestaltet und verlegt. Buchdesign beinhaltet selbst-initiierte Forschung im Bereich des Schrift- und Grafikdesigns sowie Zusammenarbeit mit diversen Museen (Tate Modern; Kunsthaus Zürich; Museum für Gestaltung Zürich) und Künstlern (Fischli & Weiss; Simon Starling; Christian Marclay) – zuletzt die Sammlung David Weiss‘ früher Arbeiten in neun Bänden, ‘Nine Books, 1973–1979’. Beispiele für Schriftgestaltung sind die 'Simple'-Schrift für den Flughafen Köln (2003); die Hausschrift für OMEGA Uhren, die Schrifttype 'Replica' (2008) und die Corporate Identity und Hausschrift für Swatch (2012). NORM wurde von SANAA beauftragt mit der Signaletik des Louvre-Lens, welcher Ende 2012 eröffnet wurde. Beim Ideenwettbewerb der Schweizer Nationalbank im Jahr 2005 für die neue Banknotenserie gewann NORM den ersten Preis. 2011 erhielt NORM den Grand Prix Design der Schweizerischen Eidgenossenschaft.

 

David Bennewith, 1977, Takapuna (New Zealand)
David Bennewith ist als Grafikdesigner und Designforscher in Amsterdam tätig. Unter dem Namen ‘Colophon’ befasst er sich sowohl mit Forschungs- als auch mit Auftragsarbeiten, wobei sein besonderes Interesse und Augenmerk den Disziplinen Schriftgestaltung und Typografie gelten. Er ist Lehrbeauftragter für Kommunikationsdesign an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe und unterrichtet Typografie an der Gerrit Rietveld Academie in Amsterdam.

 

Sara De Bondt, 1977, Leuven (B)
Ausbildung als Grafikdesignerin bei Sint-Lukas, Brüssel, und Jan van Eyck Academie, Maastricht. Sara De Bondt gründete 2005 ihr eigenes Studio in London. Ihre Arbeit ist bestimmt durch Recherche, visuelle Klarheit und typografische Detaillierung. Das Studio geht aktiv auf Auftraggeber zu, und verfügt mittlerweile über ein weitreichendes Portfolio von Auftraggebern, wie etwa das Guggenheim-Museum, WIELS Brüssel, Tate, ICA, Victoria & Albert Museum, Artissima Turin, Camden Arts Centre, Liverpool Biennial, Kunsthal Charlottenborg. De Bondt ist Gastprofessorin an der School of Arts, Ghent, und zuvor an der Central Saint Martins School of Arts and Design und am Royal College of Art, London. 2008 gründete sie gemeinsam mit Antony Hudek den Verlag Occasional Papers.

 

Kurt Eckert, 1948, Aarau
Schriftsetzer, Vorkurs, 'Form und Farbe' (F+F) in Zürich. Mitarbeit bei Hans-Rudolf Lutz. Assistent am Lehrstuhl für Bildnerisches Gestalten an der Architekturabteilung der ETH Zürich bei Peter Jenny. Lehrer an der Fachklasse für Fotografie (1984–87); Dozent für Visuelle Gestaltung und Typografie an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich (1987–2013). Daselbst den 'Typoklub' betrieben, u.a. mit Manuel Krebs und Marco Walser (2000–05), ebenso den Master für Editorial Design, Entwicklung und Praxis, zusammen mit Matthias Michel u.a. (2007–13). Parallel dazu gestalterische Praxis, Kooperationen mit Architekten, Filmschaffenden, Herausgeberinnen, Künstlern, Kuratorinnen.

 

Markus Schmutz, 1964, Zürich
Buchhändler seit 1986. Spezialisierung auf Kunst, Design und Architektur ab 1994. Gründung und Betrieb der Buchhandlung Kunstgriff in Zürich ab 1996, mit Schwerpunkt zeitgenössische Kunst und Fotografie.

Teilnahme am Wettbewerb

Ende Januar 2015 werden die schönsten Schweizer Bücher des Jahrgangs 2014 von der Jury beurteilt. Die Eingabefrist für Bücher aus dem Jahr 2014 ist Samstag, 10. Januar 2015 (Poststempel). Spätere Einsendungen werden nicht berücksichtigt. Die Anmeldung zur Teilnahme am Wettbewerb erfolgt neu online ab 1. November 2014:

https://www.gate.bak.admin.ch/fpf/public/announcement?id=850

Katalog

Die schönsten Schweizer Bücher 2013

Konzept und Gestaltung: Maximage, David Keshavjee, Julien Tavelli, Lausanne/Zürich

ISBN: 978-3-9524209-1-1

Texte: deutsch, französisch, italienisch, englisch

Herausgeber: Bundesamt für Kultur, Bern

Erscheinungstermin: Juni 2014

Auslieferung: Buchzentrum Olten

Vertrieb Deutschland, Österreich: Verlag Hermann Schmidt Mainz, info@typografie.de, www.typografie.de

Vertrieb International: Idea Books, Amsterdam, idea@ideabooks.nl, www.ideabooks.nl