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laufendes Jahr

Julie Usel

Halskette (handgemachte Cellophan-Perlen)
© BAK / Cortis & Sonderegger, Zürich

dreiteilige Halskette (Silikon, lasergeschnitten)
© BAK / Cortis & Sonderegger, Zürich

Entwurf, Spirale (Zeichnung auf Karton)
© BAK / Cortis & Sonderegger, Zürich

Spirale (Karton, lasergeschnitten)
© BAK / Cortis & Sonderegger, Zürich

Spirale (Karton, lasergeschnitten)
© BAK / Cortis & Sonderegger, Zürich

Spirale (Karton, lasergeschnitten)
© BAK / Cortis & Sonderegger, Zürich

Spirale (Karton, lasergeschnitten)
© BAK / Cortis & Sonderegger, Zürich

Spirale (Karton, lasergeschnitten)
© BAK / Cortis & Sonderegger, Zürich

Halskette (Sagex, in Silikonbad getaucht)
© BAK / Cortis & Sonderegger, Zürich

dreiteilige Halskette (Silikon, lasergeschnitten)
© BAK / Cortis & Sonderegger, Zürich

Overview

Kategorie

Schmuck und Objekte

 

Werk

Schmuckserie

Essay

Sein und Schein

Die prämierten Arbeiten von Julie Usel kreisen alle um das Thema 'Perle', 'Perlenkette'. Intelligent fächert sie die verschiedenen herkömmlichen Konnotationen der Perlenkette – bürgerliches Statussymbol, klassischer Frauenschmuck, Sein und Schein – auf und unterläuft diese gleichzeitig, indem sie mit Materialien und Techniken experimentiert, welche so augenfällig nicht zu diesem Bild passen wollen.

Von weitem sieht sie aus wie eine echte Perlenkette. Berührt man sie, erschrickt man ob der ungewohnten Haptik: Man hält eine schwerelose Kette aus geformten Cellophanperlen in den Händen. Die Machart suggeriert auf den ersten Blick eine naturgetreue Materialität, erweist sich aber bei näherem Hinsehen als ironische Brechung. Diese Doppelbödigkeit, dieses Moment, in welchem der Blick verrutscht (unübersetzbar, aber am Treffendsten auf Französisch beschrieben: die 'mise en abîme'), findet sich des öfteren im Werk von Julie Usel, das sich jedoch nicht in der humorvollen Geste erschöpft, sondern stets eine valable und vor allem eigenständige Alternative zum Ursprungsgegenstand, der Perlenkette, bietet. Sie experimentiert mit vielen Materialien; vom oben beschriebenen Cellophan über Silikon, Alabaster bis hin zu Porzellan.

Die Kette aus Silikon ist ein Werk, dem man sich langsam nähert. Der Prozess des Herausschälens, das behutsame Entdecken des Schmucks ist so gewollt. Geduldig trennt man aus einer Art Silikonblatt die stilisierte Perlenkette, welche mit einem Lasergerät ausgefräst wurde, heraus, um sie sich dann anzueignen.

Julie Usel beherrscht das Spiel der feinen Verschiebung unserer Wahrnehmung und unseres Blicks und verweist augenzwinkernd auf die Perlenkette zurück. Die veränderte Wahrnehmung in Bezug auf Gewicht, Dichte und Wert thematisiert unser Verhältnis zu Schmuck handfest, augenmerklich und nachhaltig.
Patrizia Crivelli

Resources

Portrait

Biografie

Name

Julie Usel

 

Geboren

1982

Ausbildung

designer en bijou-objet et accessoires


 

Webseite

www.julieusel.net